Unfall in Belgien

Ich hatte einen Unfall. Auf der Autobahn. Bei 120 km/h. Das Resultat: Arm und Hand inkl. Finger gebrochen 🙁

Kurz vor Brüssel fährt mir ein Transporter von hinten auf.

Ich fuhr morgens von Frankfurt über Mosel und Eifel Richtung Brüssel. Tanjas Bruder hatte dort vor wenigen Tagen ein Mädchen bekommen. Das wollten wir uns ansehen. Wir fuhren getrennt, Tanja im Opel, ich auf der Guzzi. Wir wollten uns nachmittags vor Ort treffen. In der belgischen Eifel wurde ich von heftigem Regen erwischt und sagte mir „Ach, wärest du doch jetzt schön trocken in Tanjas Auto“. Nach rund einer Stunde, vorbei an St. Vith, Verviers und Lüttich flachte der Regen ab. Dafür war an diesem Freitagnachmittag sehr viel Verkehr. Jeder wollte ins Wochende. Ich überholte gerade eine Reihe LKW, das Navi sagte mir noch ca. 15 km bis zum Ziel, als ich auf einmal einen mächtigen Schlag von hinten spürte. Ich merkte noch wie die Guzzi weggedrückt wurde, sich aufbäumte und drehte. Da wusste ich bereits, hier passiert gerade etwas Krasses. Den Flug habe ich halbwegs mitbekommen, sah noch Autos neben mir und dachte „Jetzt ist es aus“. Das nächste an das ich mich erinnern kann ist, dass ich stand, der Verkehr hinter mir hatte angehalten. Der Fahrer eines Transporters lief auf mich zu. Ihm hatte ich das anscheinend zu verdanken. Offensichtlich war ich aber in Ordnung, nur die linke Hand sah ab dem Handgelenk schief und deformiert aus. Uff. Das kriegt man schon wieder hin, dachte ich. Hauptsache ich bin am Leben. „Das war ich, ich habe Sie nicht gesehen. Ich habe beim Spurwechsel zu lange in den Rückspiegel geschaut.“ Ich hätte ihm eigentlich mit der rechten Hand eine ordentliche Backpfeife geben sollen, aber ich blieb überraschend ruhig und gelassen. Ich rief Tanja an und sagte ihr, dass ich einen Unfall hatte, und dass ich mich aus dem Krankenhaus melden würde. Ich spürte auch keine Schmerzen, als ich mich in das Auto einer hilfsbereiten Zeugin setzte. Die Polizei traf ein, eine Beamtin stellte Fragen, man regelte das Offizielle. Plötzlich wurde mir kalt und ich zitterte.  

Der Rettungswagen kam und transportierte mich, mit Fixierung des Halses, liegend ab. Fragen wurden gestellt, wann ich das letzte Mal gegessen und getrunken hätte, ob ich Allergien oder Vorerkrankungen hätte. Wir kamen in einem Krankenhaus an und ich wurde komplett untersucht. Die CT Bilder zeigten schnell, dass weder Rücken, Hals oder Organe etwas abbekommen hatten. Zum Glück dachte ich. Dann sagte mir ein Arzt auf englisch „Bad news, your left hand is completely broken“. Aber das hatte ich mir ja bereits gedacht. Und während man sich und mich auf die Operation vorbereitete, machte ich mir Gedanken, wie ich mich bei Tanja melden kann, wenn ich gleich operiert und anschliessend in langen, tiefen Schlaf fallen werde.  Mir blieb aber nicht viel mehr Zeit darüber nachzudenken. Ich wurde in einen anderen Raum geschoben, spürte ein Piecksen in meinem rechten Arm, dann legte mir ein vermummter Arzt eine Maske auf Mund und Nase. Es roch nach Plastik. Nach zwei, drei tiefen Atemzügen war ich weg.  Es muss später Abend oder bereits Nacht gewesen sein, als ich die Augen öffnete. Ich lag alleine in einem abgedunkelten Krankenhauszimmer. Mein linker Arm war komplett eingewickelt und ruhte auf einem Kissen. Der Rechte hing am Tropf. Mir war schummrig, aber ich fühlte mich in sicheren Händen. Der Arzt erklärte mir, dass man nur einen Teil, nämlich die Handwurzelknochen, hatte machen können, die Hand sei zu geschwollen für weitere Eingriffe. Ich könne hier bleiben oder mich in Deutschland weiter behandeln lassen. Tanja kam, sie hatte mich mit der Apple App „Friends“ gefunden. Wir hatten das aktiviert, um unterwegs sehen zu können wo sich der andere gerade befindet.